Die zarte Pflanze Bewusstsein

Bewusstsein ist wie ein Samen, der langsam zu keimen beginnt. Dazu bedarf es aber einer fruchtbaren Erde, der Boden dazu muss vorhanden sein. Das ist mit unserer Bereitschaft zur Weiterentwicklung gleichzusetzen. Nur wenn wir innerlich offen und bereit sind, Neues zu entdecken und mit Freude zuzulassen, wird sich unser Bewusstsein erweitern. Es ist eine zarte Pflanze, die gehegt und gepflegt werden will. Jeder einzelne Schritt sollte behutsam und mit Bedacht erfolgen. Dann wird aus der zarten Pflanze ein kräftiger Baum, der seine Äste und Zweige zum Himmel öffnet. Bereit für das Licht und die Früchte der Erkenntnis.
Bewusstsein heißt, sich selbst zu verstehen und zu erkennen, dann lernst du auch deinen Körper kennen und verstehen. Du lernst, auf deine Gefühle zu achten und zu verstehen. Du achtest auf deine Gedanken aber auch auf die Signale deines Körpers. Es entsteht Körperbewusstsein. Du entwickelst immer mehr ein Gesamtbewusstsein,ein Bewusstsein zu deinen Mitmenschen, zur Natur, zum Göttlichen.
Du entwickelst Selbstbewusstsein. Ohne Selbstbewusstsein kann man sich selbst aber auch alle anderen nicht verstehen. Nur durch Selbstbewusstsein ist man in der Lage, anders Denkende und andere Sichtweisen zu akzeptieren.
Bewusstsein hat nichts mit Bildung oder Intelligenz zu tun, sondern mit Erkenntnis. Die Erkenntnis ist ein innerer Prozess. Diesen Prozess kann man nicht studieren oder in Seminaren erlernen. Es gibt Kinder im Vorschulalter, die nicht durch äußere Einflüsse zu einer bestimmten Handlungsweise tendieren, sondern durch inneres Empfinden. Sie haben den inneren Bezug zu Menschen, Tieren, Pflanzen, Dingen. Sie sehen die Welt nicht als Bedrohung oder Gefahr, sondern als Spielwiese. Diese Kinder haben dann oft Schwierigkeiten in der Schule, weil sie unkonzentriert und unaufmerksam sind, sie leben in ihrer heilen Welt. Doch diese heile Welt wird dann plötzlich zerstört durch Vorschriften, Glaubenssätze und “Verbildung”.
Die rationale Intelligenz wird als das Wichtigste im Leben gesehen. So sieht auch unser Bildungssystem nicht, dass es neben den Rationalisten Kinder gibt, die auf einer intuitiven Ebene ganz andere Zugänge zu einem Bewusstsein jenseits des Sichtbaren und Erklärbaren haben. Diese Kinder mehr zu fördern wäre eine der wichtigsten Aufgaben unseres Bildungssystems. Es kann nicht Aufgabe der Erziehung sein, Rationalisten und Materialisten, kurz Existenzen zu schaffen, die sich ihres Ursprungs unbewusst sind.

Martina