Schönheitsideal

Das häufig als oberflächlich verschrieene Schönheitsideal ist keineswegs so oberflächlich wie häufig oft publiziert. Die Forschung zeigt, dass sogar Babys und Kleinkinder positiver auf “schöne” Menschen reagieren, sie weniger oft zurückweisen und ihnen mehr Aufmerksamkeit schenken. Es scheint also, als ob die Bevorzugung optisch schöner Menschen tief in uns verwurzelt ist.

Mehrere Studien konnten feststellen, dass Bilder von Menschen, die lächeln, immer als attraktiver eingestuft werden, als Bilder der gleichen Menschen, die ernst in die Kamera guckten. Schönheit ist also nicht nur eine oberflächliche Einordnung rein körperlicher Erscheinungsmerkmale, sondern es spiegelt sich in ihr auch ein tieferer seelischer Zustand.

Jedoch geht es in beiden Fällen vor allem um eines: um Gesundheit.

Wir umgeben uns also gerne mit Menschen, die gesund sind. Aus evolutionstheoretischer Sicht ist das auch sehr sinnvoll. Die menschliche Spezies soll überleben (sowohl der Einzelne als auch der Nachwuchs). Starke Menschen, können die Gruppe beschützen, kämpfen, Nahrung jagen und sammeln. Doch all die Stärke bringt nur begrenzt etwas, wenn sie nicht gesund sind. Als attraktiv nehmen wir also wahr, wer in erster Linie gesund und körperlich stark ist. Rote Lippen und rosige Wangen zeigen eine gute Durchblutung (also Gesundheit), ein symetrisches Gesicht zeigt eine gute genetische Ausstattung, gute Proportionen (Verhältnis des Beckens zur Taille) zeigen Gebährfähigkeit usw. Auch Menschen, die psychisch gesund sind (z.B. Mehr lächeln) sind förderlich für das gute Zusammenleben in der Gruppe. Netzwerkstudien aus der Sozialpsychologie zeigen, wie die psychische Gesundheit von Menschen, sich auf ihr Umfeld überträgt und sich Cluster bilden. Den selben Effekt gibt es für Depressionen und Aggressionen ebenfalls. Daher ist es aus evolutionstheoretischer Sicht besonders ratsam sich sowohl mit psychisch als auch mit körperlich gesunden Menschen zu umgeben.

Umgekehrt werden Menschen die besonders schön sind schon im Kindesalter unbewusst bevorzugt behandelt. In Notfällen sind die Überlebenschancen von besonders schönen Menschen in verschiedenen sozialpsychologischen Studien in verschiedenen Situationen besser als von Menschen, die als unattraktiver wahrgenommen werden. Gleichermaßen geraten sie seltener in Polizeikontrollen, werden weniger häufig bei Ermittlungen erschossen, werden unbewusst häufiger mit anderen positiven Eigenschaften assoziiert etc.

Das Schönheitsideal ist also ein sehr vielschichtiges Phänomen, das unterschiedlich betrachtet werden kann.

Nähren wir unsere Seele und unseren Körper so wirken wir auf andere automatisch attraktiver, was wiederum dafür sorgt, dass wir uns unbewusst anders benehmen, selbstbewusster auftreten und uns insgesamt besser fühlen. Sind wir gesund, dann sind wir zudem auch körperlich fitter.